Im Interview mit Andreas Zippel
So ein Personal-Branding-Prozess ist natürlich eine sehr persönliche Sache, bei der man über Charakter, Stärken, Schwächen, Selbst- und Fremdwahrnehmung spricht. Und gerade bei so einem sensiblen Thema habe ich mich bei euch so gut aufgehoben gefühlt: respektvoller Umgang, humorvolle Einstiege, professioneller Austausch, Wohlfühlatmosphäre – gerade auch in kontroversen Gesprächen.
Ich empfand es als angenehm, weil wir das Format an das Thema geknüpft haben. Gerade bei der Entwicklung der Brand war es hilfreich und angenehm, gemeinsam in einem Wohlfühlraum zu sein, wohingegen die eher technischen Besprechungen bequem von Hause aus zwischen Terminen gemacht werden konnten. Eine angenehme Flexibilität!
Ich hatte davor keine Angst, da ich ein offener Mensch bin, aber doch einigen Respekt. Schließlich hat jeder Mensch seine eigene Selbstwahrnehmung, die nicht unbedingt von anderen geteilt wird. Aufgrund der Wohlfühlatmosphäre und der professionellen Herangehensweise, alles offen ansprechen zu dürfen, hat sich meine anfängliche Zurückhaltung doch recht schnell gelegt. Es gibt kein Richtig oder Falsch, wenn man sich selbst reflektiert – sondern nur unterschiedliche Wahrnehmungen, denen man sich bewusst sein muss.
Vor diesem Treffen dachte ich mir, es wird ein wenig wie bei der Wahrsagerin: Ich bekomme jetzt vielleicht generische Texte, die auf viele engagierte Menschen zutreffen können. Aber als wir dann durch die Texte gegangen sind, bekam ich sofort das Gefühl, dass mir jemand wirklich zugehört und meine Wahrnehmung bewusst verarbeitet hat. Die Wahrsagerinnen dieser Welt können sich warm anziehen, würde ich sagen.
Yeah!
Zu sehen, wie die ganzen Puzzleteile – von den Texten, den Slogans, den Farben,
der Wirkung der Bilder
bis hin zum Gesamtdesign – zusammen ein Bild ergeben,
das so selbstverständlich
wirkt, hat mich sehr
fasziniert und gefreut.
Andreas Zippel
2. Bürgermeister von Bayreuth
Es gibt immer zwei Ebenen. Erstens: Welche Persönlichkeit, welche Werte hat jemand? Und zweitens: Wie bewerte ich diese? Ich finde, man merkt, dass ihr mich beschreiben wolltet, wie ich in Kombination aus Selbst- und Fremdwahrnehmung tatsächlich bin. Und nicht, wie ich sein möchte. Kein dauerhaftes Lob, kein Bauchpinseln, sondern eine ehrliche und individuelle Beschreibung meiner Personal Brand. Zu sehen, wie die ganzen Puzzleteile – von den Texten, den Slogans, den Farben, der Wirkung der Bilder bis hin zum Gesamtdesign – zusammen ein Bild ergeben, das so selbstverständlich wirkt, hat mich sehr fasziniert und gefreut.
Das ist ein schmaler Grat. Einerseits bewegt man sich in der Politik immer als Repräsentant seiner Partei, ihrer Grundwerte, ihrer Gestaltung und ihrer Wirkung auf Dritte. Andererseits geht es in der Kommunalpolitik doch sehr stark um Persönlichkeiten, die ganz nah am Menschen vor Ort sind. Ich finde, dass wir einen sehr schönen Weg gefunden haben, meine Partei und ihre Grundüberzeugungen als Fundament meiner Personal Brand herauszuarbeiten. Politik wird immer durch Menschen mit Überzeugungen gemacht – und ihr habt dem Menschen und seinen Ansichten eine ehrliche und passende Gestaltung verliehen.
Das kann ich mit einem breiten Grinsen im Gesicht sagen: bislang durchgehend positiv. Man lobt das professionelle Layout, den ganzheitlichen Ansatz und vor allem das Rauskitzeln meiner Persönlichkeit. Es macht einfach Spaß, wenn man sich im Auftritt nicht verstellen muss, sondern ehrlich und authentisch sein darf.
Da kommt mir eine Situation aus dem zweiten Workshop in Erinnerung. Als wir ganz am Schluss in den Ideen-Pool eingetaucht sind und Resi mit dem größten Vergnügen den Slogan „zipp, zipp, hurra!“ gerufen und in herzhaftes Lachen ausgebrochen ist. So viel Freude und Vergnügen hat man selten in einem Meeting. Ansteckungsfaktor: einhundert!
Danke für das Interview, Andi!
Say Hi
to Teresa.