06.06.2017

Spooky – Tamara Eisenblätters 3D-Animationsfilm

Grafikabenteuer mit Blender

5.000 gerenderte Frames, 50 Gigabyte Daten, 8 Wochen Bearbeitungszeit, 115 Sekunden Laufzeit und 1 tolle Idee: Tamara Eisenblätters 3D-Animationsfilm Spooky ist ein kleines Meisterwerk. Nicht umsonst wurde er 2016 bei den 27. Bamberger Kurzfilmtagen eingereicht. Doch der Reihe nach.

Die Aufgabe der Berufsschule

Über die Sommerferien 2016 sollte Tamara Eisenblätter einen Animationsfilm produzieren: Länge 100 Sekunden, Software egal. Besonderes Augenmerk, so die Berufsschule, sollte sie auf

  • die Story des Films,
  • die technische Umsetzung und
  • die Gesamtanmutung

legen. Tamara entschied sich, das Projekt mit dem 3D-Programm Blender umzusetzen. „Wegen der großen Bandbreite an Funktionen“, verriet sie uns.

Gut geplant ist gut gefilmt

Wie sie die Filmproduktion anging, wollten wir von ihr wissen. „Ganz am Anfang zerbrach ich mir echt den Kopf. Ich wollte den Film humorvoll gestalten. Und nicht länger als 100 Sekunden. Das war die Vorgabe unseres Lehrers. Ich hatte auch mehrere Ideen, die ich immer möglichst objektiv hinterfragte. Das war hilfreich! Denn dadurch fand ich die Schwachstellen in meinen Überlegungen. Nach dem ganzen Aussortieren blieb eine Idee übrig: Lilly, Spooky und die Kekse.

Der Plot des Films

Lilly ist ein kleines Mädchen. Sie fürchtet sich nachts vor den Monstern unter ihrem Bett. Ihre liebevollen Eltern wissen das. Mit Keksen und fürsorglichen Worten versuchen sie, ihr diese Angst zu nehmen. Doch eines Nachts passiert das Schlimme: Lilly ist alleine zu Hause und die Angst vor den Monstern kommt. Ihre Eltern? Nicht da. Kekse zum Trösten? Nicht da. Sie ist alleine auf sich gestellt. Das bemerkt auch Spooky, das Monster unter Lillys Bett. Es sucht im Zimmer des Mädchens nach leckeren Keksen. Plötzlich entdeckt die verängstigte Lilly Spooky. Sie stellt fest, dass das Monster gar nicht so furchteinflößend ist. Lilly wächst über sich hinaus und bietet Spooky ihre Hilfe bei der Kekssuche an. Beide gehen in die Küche und plündern zusammen den Keksvorrat.

3D-Animationsfilm mit Blender

Dieser Fantasie hauchte unsere Auszubildende Tamara Eisenblätter Leben ein. Animiertes Leben! Mit Blender, einem Programm für 3D-Animationen im professionellen Stil.

Sie modellierte die Protagonisten und deren Umgebung. „In Lebensgröße“, erzählte sie uns begeistert. „Das heißt, dass ich alle Objekte in Blender in realen Größenverhältnissen abbildete. In dieser Phase lief ich öfter mit dem Zollstock herum. Ich maß zum Beispiel Treppenstufen oder die Höhen von Tischen. Denn im Film sollten die Proportionen lebensecht sein.“

Warum dieser Aufwand? Tamara schmunzelte: „Wenn, dann richtig. Aufgrund der realistischen Proportionen bewegten sich meine Figuren fast wie in echt. Das sieht einfach schöner aus.“

Das Wichtigste waren die Hauptfiguren Lilly und Spooky. Dazu erklärte uns Tamara: „Ich hatte vorher noch nie mit einem 3D-Programm gearbeitet. Deshalb musste ich mir alles Klick für Klick selbst beibringen. Blender hat gefühlt 10 Millionen Einstellungsmöglichkeiten. Das war – heftig. Zum Glück half mir mein Kollege Michael Müller. Er kannte Blender bereits und hatte irgendwie immer eine Antwort auf meine wilden Fragen! Er war voll der gute und geduldige Lehrer.“

Skelette für 3D-Objekte

Damit sich 3D-Figuren lebensecht verhalten, brauchen sie in Blender ein Skelett. „Das habe ich mit Michaels Hilfe mit dem Add-on Rigify gelöst. Mit einem Mal konnte ich meine Figuren richtig bewegen. Das war toll!“

11.000 Minuten Rechenzeit fürs Rendern

Das Rendern zum Schluss war der Hammer! Insgesamt 11.000 Minuten (ca. 185 Stunden) dauerte es. „Wir haben nachts die Rechner in der Agentur parallel arbeiten lassen, nur um alles termingerecht zu schaffen“, so Tamara.

Mit dem Mikrofon auf Geräuschejagd

Schnitt, Musik und Geräusche? Tamara Eisenblätter lachte: „Das kam noch extra dazu. Ich verwendete lizenzfreie Klaviermusik als Hintergrund. Manche Geräusche nahm ich extra mit einem Mikrofon auf, das auch YouTuber verwenden. Es sollte ja alles echt klingen.“ Beispiel? „Stellt Euch vor, ein Teller wird langsam über den Tisch geschoben. Solche Sachen. Das fällt im Film kaum auf, ist aber wichtig für die Stimmung in den Szenen.“

Der beste Moment des Projekts

Dazu Tamara Eisenblätter: „Am Anfang waren Spooky und Lilly nur eine Idee in meinem Kopf. Leblose Skizzen auf Papier. Als ich sie plötzlich lebensecht am Bildschirm bewegen konnte – das war verrückt. All die unzähligen Stunden hatten sich mit einem Mal gelohnt. An den Moment erinnere ich mich besonders gern!“

Die größte Herausforderung

Nochmal Tamara: „Die Zeit! Einerseits die 100 Sekunden Länge, die ich nicht überschreiten sollte. Andererseits der Abgabeschluss, der immer näher rückte. Ein paar Mal war ich echt am Verzweifeln. Da funktionierten plötzlich die Rechner nicht wie gedacht usw. Zum Glück hat es dann doch irgendwie geklappt.“

Verzweifeln? Das wollten wir genauer wissen. „Hätte ich vorher gewusst, worauf ich mich mit Blender einlasse – ich hätte mich anders entschieden“, fasste es Tamara Eisenblätter zusammen. „Ich muss Michael Müller nochmal erwähnen. Er hat mich immer wieder motiviert und mit Tipps versorgt. Wie man sowas strategisch und mit Köpfchen angeht, zum Beispiel. Das war sehr hilfreich.“

Der Animationsfilm beim Bamberger Kurzfilmfestival

Tamara Eisenblätters Berufsschullehrer Udo Kegelmann war von dem Animationsfilm begeistert. Er zeichnete ihn als beste Arbeit des gesamten Jahrgangs aus. Außerdem reichte er ihn 2016 beim 27. Bamberger Kurzfilmfestival ein.

Liebe Tamara, das hast Du super gemacht. Fetten Respekt dafür! 🙂

Zu Blender

Blender ist eine freie, GPL-lizenzierte 3D-Grafik-Suite. Mit dem Tool lassen sich Objekte (wie Lilly und Spooky) modellieren, animieren und erstellte 3D-Filme nachbearbeiten.

Zu Tamara Eisenblätter

Tamara Eisenblätter ist seit 2015 bei OPUS. In der Marketingagentur absolviert sie ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print (Schwerpunkt Konzeption und Visualisierung). Sie ist Teil unseres Teams Rot. Dort arbeitet sie für Kunden aus den Bereichen Holzfachhandel, Baustoffhandel und Bäckerei.

Ausbildung bei OPUS

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