Digital oder tot?

Bei dem diesjährigen Holzhandelstag des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel e. V. war OPUS mit einem Vortrag am Start. Fritz Nützel und Katharina Herpich beschäftigten sich darin mit dem stationären Holzhandel in digitalen Zeiten. Und der Frage, ob dieser vor der Wahl steht: digital oder tot?
In Anbetracht der im letzten Jahr schwächelnden Konjunktur gibt es eine Feststellung: Der Handel muss Stärke zeigen und sich selbst helfen. Der Zeitpunkt für eine eigene Weiterentwicklung könnte nicht besser sein. Die Bauwirtschaft an sich steht gut da und Unternehmen können vom Rückenwind profitieren. Online-Themen treiben den Handel um und vor allem der Holzhandel hinkt hinterher. Was ist jetzt zu tun? – Ein Thema, das in einem einzelnen Vortrag kaum zu beantworten ist.

Onlinehandel auf dem Vormarsch

Ein Fakt des Vortrags ist keine Überraschung: die digitale Mediennutzung steigt weiter und mittlerweile gibt es nur noch wenige nicht-Nutzer. Die generelle Umsatzentwicklung des Onlinehandels seit 1999 zeigt, dass sich der Online-Umsatz in den letzten 20 Jahren ver-48-facht hat.
Der Online-Anteil im Kerngeschäft des Holzhandels ist aktuell noch relativ gering im Vergleich zu anderen Bereichen (z. B. Elektro). Was der Holzhandel jetzt also tun muss ist, sich die Schwäche des Onlinehandels zu Nutze zu machen. Das gelingt, indem die eigenen Vorteile genutzt werden. Ein Holzhändler muss inspirieren und faszinieren. Nicht rabattieren.
Nichtsdestotrotz funktioniert es ohne online auf keinen Fall. Es wird eine Website benötigt, um die Kunden zu erreichen. Da in 2019 überwiegend mit mobilen Endgeräten eingekauft wird, sollte diese unbedingt responsive sein.

Herausforderungen für den Holzhandel

Der Vortrag beschäftigte sich weiterhin damit, welchen Herausforderungen sich der Holzhandel in Folge stellen muss. Unternehmen müssen an ihrer Marke arbeiten. Die Unternehmensmarke braucht ein unverwechselbares Gesicht. Außerdem müssen Unternehmen ihre Kunden verstehen, damit sie sie erreichen können. Mit einem individuell auf den Betriebstyp angepassten Konzept, gelingt eine erfolgreiche Positionierung. Das Thema Digitalisierung ist auf mehreren Wegen anzupacken: über Investitionen in die Technik (z. B. Content Management System, Suchmaschinenoptimierung) und über ein auf die digitale Welt angepasstes Geschäftsmodell. Weiterhin über eine Anpassung der Prozesse und Systeme sowie über die Menschen im Unternehmen. Das Finden und Halten qualifizierter Mitarbeiter stellt eine weitere Herausforderung dar, der über verschiedene Wege zu begegnen ist.

Handlungsempfehlung für Holzhändler

Was ist jetzt also zu tun? – Die Marke muss live erlebbar gemacht werden. Kreative Händler sollten in ihrer Ausstellung durch moderne Storekonzepte als USP (unique selling proposition) verblüffen. Es sollten die Emotionen der Kunden durch Ansprache aller Sinne (riechen, sehen, fühlen, hören, schmecken) geweckt werden. Dennoch ist die Vernetzung von Online und Offline unverzichtbar. Denn die Website ist der Besucherlieferant für eine Ausstellung! Wenn hinter dieser eine PIM (Product Information Management) steht, kann sie als Basis für sämtliche andere Medien (Blog, Newsletter, Social Media, Google Ads, Katalog, Online-Shop) dienen. Eine strategische Jahresplanung des Contents, der Kampagnen und des Budgets ist dafür unbedingt ratsam. Genau wie die Analyse und das Controlling, um den Erfolg zu messen. Wenn dann noch ein sicheres Kundendatenmanagement (Stichwort DSGVO) eingesetzt wird, um Bestandskunden zu halten sind Holzhändler gewappnet für die Zukunft. Denn der Kunde will nicht online – er will alles.